Sool
670 m ü. M. ♦ www.dorfsool.ch
Das kleine Dorf Sool liegt idyllisch auf einer Sonnenterrasse hoch über der Linth und dem Sernf. Geologisch ist die Umgebung einzigartig: Sool befindet sich auf den gewaltigen Gesteinsmassen eines prähistorischen Bergsturzes. Nur wenige Minuten entfernt liegt zudem die berühmte Glarner Überschiebung – ein Naturphänomen von Weltrang, das seit 2008 zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört.
Geschichte und Ursprung
Sool besteht aus Ober- und Untersool sowie dem Weiler Warth im Sernftal. Schon im Mittelalter verlief ein Handelsweg ins Kleintal über Sool, Warth und "Soolersteg". Erstmals erwähnt wird ein soler tagwan um1300 im habsburgischen Urbar. Der Näfelser Fahrtsbrief, festgehalten im Jahrzeitbuch von Linthal aus dem 16. Jahrhundert, erinnert zudem an zwei Männer aus Sool, Ruedi Russer und Wälti, die in der Kilchhöri Schwanden gefallen sind. Der Name stammt vom althochdeutschen sol, was „Suhle, Tümpel oder sumpfige Stelle“ bedeutet, ein Hinweis darauf, dass in Untersool bis ins 19. Jahrhundert noch kleine Weiher existierten.
Kirchlich gehörte Sool zunächst nach Glarus, ab 1349 nach Schwanden. Mit der Reformation von 1528 wurde die Bevölkerung mehrheitlich reformiert.
Sool bildete zusammen mit Mitlödi und Schwändi einen Wahltagwen und teilte bis 1769 auch den Waldbesitz. Die Burg Sola befand sich zwar in Mitlödner Gebiet, doch Steine der Burg sind bis heute in Sooler Häusern nachweisbar – sie dienten beim Wiederaufbau nach dem grossen Dorfbrand von 1713 im damaligen Obersool. In den 1770er Jahren zählte man hier 143 männliche Glarner Bürger.
Leben mit wenig Wasser
Wasser war in Sool lange ein rares Gut, denn Sool hat keine Quellen oder Bäche. Um 1800 standen der Bevölkerung lediglich zwei Dorfbrunnen zur Verfügung, die jedoch nur spärlich Wasser spendeten. Erst 1848 gelang mit der Fassung von zwei Quellen im Hellbachgebiet, unterhalb der Alp Fessis. Für die neue Wasserleitung wurden 600 Tüchel (der Länge nach durchbohrte Rottannenstämmen) verlegt, was die Gemeinde 1506 Franken kostete. Schon 1875 ersetzte man die Holztüchel durch moderne Zement- und Eisenrohre. Weitere Ausbauten folgten: 1955 konnten im „Gheist“ vier zusätzliche Quellen gefasst werden, und Mitte der 1980er Jahre entstand mit einem grosszügigen Kredit ein neues Reservoir in der „Weid“.
1955 konnten im „Gheist“ vier zusätzliche Quellen gefasst werden. Mitte der 1980er Jahre bewilligte die Gemeindeversammlung einen Kredit von 950'000 Franken für die Verbesserung der Wasserversorgung, worauf in der „Weid“ ein neues Reservoir entstand.
Dorfleben im Wandel
Der erste Schulhausbau entstand 1832, das heutige Primarschulhaus wurde 1902 eingeweiht. Zwischen 1845 und 1848 erlebte Sool eine starke Auswanderungswelle. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts lebten fast 550 Menschen im Dorf. 1876 eröffnete die Baumwolldruckerei Trümpy im Steg bei Mitlödi, dort befindet sich heute ein Kunststoffspritzwerk.
Die ruhige, sonnige Lage und die guten Verkehrsverbindungen machen Sool bis heute zu einer attraktiven Wohngemeinde. Dennoch sank die Einwohnerzahl zwischen Mitte des 20. Jahrhunderts und Ende der 1980er Jahre von 429 auf 259 Personen. Bei den heutigen Strassennamen griff man auf historische Bezeichnungen zurück, etwa beim alten Landesfussweg, der früher „Lochgässli“ hiess. Und wer in Sool lebt, kennt den Kleintalhöhn, der seit Menschengedenken über den Ort hinwegzieht.