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Dr Rufelihund

Wer zu später Stund, zwüschet Mitternacht und morged am eis, vu Hätzige uf Diesbach wanderet, dem chus passierä, as er zeinismal mos stillstuh. Er ghört vu dr Rufirus här ä schregglis trochä Bachbett zoge wurd.

Mih as einä hett dä am anderä Tag erzellt, er häg ä Hund gsih, wo ä längi Isächetti ume Hals gha heig und diä hinder sich här zoge heig. Er häg grossi fürigi Auge im Chopf und & zündtroti, längi Zunge hangem ussem Rache, aber er machi eim nüüt.

Äs sig aber begriiffli, as me da schu ä chlä erschreggi. Was das mit dem Hund bedütet, weiss niemed äso gnau.

Sicher aber wird er für irgend ä Schandtat, woner imenä früenerige Lebä gmacht hett, möse büesse. De Alte säged, dr Hund sig villicht der alt Vogt gsih, wo uf äm Bürgli z Diesbach ghused häg und mit dä Lüte, dä Undertane, schändli umgange sig. Am zechete Teil, wo ihm bi jeder Erbschaft zuegstande isch, hett er nie gnueg gha. Er hett immer nuch äs Schaf, ä Geissbogg oder äs Chalb drüberinä verlangt. Au vu Heu, Chorä und Gerschte het er immer nuch mih wellä.

Sig ä arme Puur chu und häg äm Vogt vu sinä Sorge und Nöte erzellt, sig er dä Lüüt grob über z Muul gfahre und ä keinä heig je ämal Hilf überchu.

Sig aber ä Bettler chu, so häg dr Vogt dr gross schwarz Hund ab dr Chetti glu und tüflisch glached, wänn de arme Lüüt gschwind über ä Bürglibüchel abi glüfe sind und dr Hund hinde dfri.

Zeinismal hett me dr Vogt nümme gsih im Dorf und ä uf äm Bürgli nüd. Anere schreggliche Chrangged isch er, nuch nüd alt, zgrund gange. Kä Mäntsch hett sine Totebaum (das isch dr Sarg) zur Chilche begleitet und der Sigrischt hett ihm nüdämal glütet.

Der Vogt findi kä Rue und sig derzue verdammt, as Rufelihund de schwär Chetti dur z Bachbett z’zieh, bis zu dem Tag, wo dr Herrgott äs Isechä hett und ihm ä schtills Plätzli git.