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Maarchelauf

Der Güggel isch halt schuld, der gfräässig, ful und feist,
as hüt der Urnerbode ob Linthel deewäg heisst.
Ja, uhni üüsre Läufer, der trüü und bäumig Ma,
fieng ds Urnerbiet schu währli im Fätschbachtobel a.

I sünde-n-alte Zyte händ üüsri Maarchestei
kei tüüfi Wuurzle gha, und drum häts Krach und Gschrei
und Händel gy und Hüsi und mängmal Toti schier…
Der heilig Fridli weiss es und au der Uristier.

Chuum hät e Glarner gmäht, der Urner staht parat
und holt bi Nacht und Näbel das Wildheu ab der Mahd.
Und Glarner au nüd fuul, händ Gamstier abetreit,
wo die vu Bürgle änne mit Bolze händ erleit.

Zletscht sind sie räätig woorde, es sig e-n-eländs Tue.
Mä well jetzt feschti Gränze, dänn heig mä-n-ändli Rueh.
Zwi Läufer sölled ränne, und wo si zämechänd,
dett sig uf eebig d Maarch, ds Leidwärche dänn am Änd.

«Wänn törfed d Läufer ab?», fragt eine ussem Gricht.
«Sobald der Güggel chräht - und das isch Ehrepflicht!»
'Sisch uffem Chlause gsy, druf isch der Stieregrind
i ds Rüüsstal nidsi gange und d'Fridlilüüt a d Linth.

Der Guli vu de Glarner hät z frässe gha wie Bach.
Es Begi Würm und Gäärschte, das bringt er under Tach.
Der z Altdorf überänne hät truurig magri Choscht
und i sim Hunger inne - äm drüü; er chräht bigoscht.

Der Läufer uus und druus und obsi wie der Wind,
as alli Gamstier stuuned: E Mäntsch und doch so gschwind!
Am Linthboort unde beiteds: «Jetz simmer i der Chrott»
bis sich der Guli ändli, lang nachem Züüni, rodt.

«So chräh, sust muesch a Spiess!» Der Landesweibel seits.
Lamaschig geinet er: Güggüü! Er flüügt bereits.
Der Läufer, ja, o hoi, mit Adlerschwung dervuu…
Er hät der Wald und d Frutt im eerschte Aarung gnuh.

Dett, wo-n-e schwarze Vogel ob Bäärg und Büchel chreist,
wo d Alp nuch hütigstags «Uf Under-Frittre» heisst,
dett gsiht mä mit dem Hore der Urner abechuu.
Due häts der Glarner Läufer im Gmüet halt übernuh.

«Du häsch guet hürne, Urner, du häsch es Stäärnegfell.
O wäri undrem Wase! O wäri in der Hell!
Verschlüüfe möchti, säärble. Es isch ja alles lätz.
Ich träg die heizue, Urner, doch gib üs nuch e Blätz.»

«Du Glarnermanndli chüüchisch und bisch ja uhni Schnuuf.
So eine wet mich schleigge, der stotzig Stutz duruuf?
Bisch goppel nüd bi Troscht. He, wänn's erbättle witt, -
nach sibe Stunde Ränne vertreit mä schu e Ritt.»

«So wyt ass halt nuch langet! Oo,Uurner, gimmer d Hand:
So wyt, gäll. gisch mers umme, das ring erloffe Land.»
Dr Eeremaa vu Schäche, der hät Erbäärmisch kaa.
So gaat dr Lauf um Bode uf Tood und Läben aa.

Er hät schu mängi Buurdi und uunig Trämmel treit.
Er buggelet dr Uurner bis d Chraft, bis ds Häärz verseit. 
«Ietz nuch e Fläre Wald, ietz nuch das saftig Guet!»
Er hät i d Lippe pisse, und use tschoderet ds Bluet. 

Ietz rüeft er nümme Hüü, dr Ryter uffem Gnigg.
«Du schindisch di ja ztood!» Er gspüürt im Gleich e Zwigg:
«S isch glych, wänn nu mi Gräbstei dr Glaarer Maarchstei wird,
Wäär sust es rüüdigs Schaaf-, dr Härgott isch mi Hiirt.»

Im Farechruut, da chnüündlet dr Uurner lang im Grüüt
Und hürnet: «Chänd mit Schuufle und mit em Chrüüz, ir Lüüt.
Sächs Schue tüüf grabed ds Loch, so staat er fescht, der Stei!»
Isch das e Juuchzer gsii? Isch da e letschte Schei?

Zwii Landammanne chänd und Weibel, Räät und Lüüt. 
S isch jede volle Gwünder. Doch d Bäärgler säged nüüt. 
De Träänen i de Bäärte händ alle eim verzellt:
De eine händ dr Bode, de andere händ dr Held.