Nidfurn

2015: 272 Einwohner
1701: 135 E., 1850:612 E., 1860: 477 E., 1900: 348 E., 1930: 388 E., 1950 : 390 E., 1980: 234 E., 2000: 258 E., 2015:271 E.

540 m ü.M. (Station Nidfurn-Haslen), 578 m ü.M. (Hirschenbrunnen), 620 m ü.M. (Bündtrain)

Ehemaliges Gemeindewappen
An der Landesausstellung 1939 mussten alle Gemeinden der Schweiz durch ein Wappen vertreten sein. Der Gemeinderat entschied sich am 22. März 1939 für dieses Wappen. Symbolisiert sind die damaligen Hauptgeschlechter: Blumer (Rose), Böniger (Stern und Pfeil).

Die Gemeinde wurde im Habsburger Urbar (Grundbuch) um 1300 erstmals als «ze Nitfiure» erwähnt. Im selben Verzeichnis werden die zwei getrennten Tagwen Nidfiure und Obfure aufgeführt. Den Flurnamen «Fur» gibt es noch südöstlich von Nidfurn neben der Hasler Oberrüti, ebenfalls nordöstlich bei Zusingen. Wo Obfure gelegen hat, ist unklar.

Nidfurn erscheint in verschiedenen Schreibweisen: z. B. Nitfiure (Habsburger Urbar, um 1300), Nidfure (Säckinger Teilrodel, 1461), Nitfura (Zinsrodel der Kirchgemeinde Schwanden), Nitfuren (Älteste Karte des Glarnerlandes), Nittfuren (Karte des Glarnerlandes von Gabriel Walser, 1756), Nitfurn (Grundbucheintrag, 1853), Nidfurn (Grundbucheintrag, 1894).

Im Mittelalter zählte Nidfurn zu den ertragsreichsten Glarner Gütern und gehörte bis 1395 dem Kloster Säckingen. Das Dorf war zuerst nach Glarus und von 1349 an nach Schwanden kirchgenössig. Seit 1528 sind die Bewohner mehrheitlich reformiert.

In Nidfurn wurden vorwiegend Schafe gehalten. Die Ziegenhaltung und die Rinderzucht kamen etwas später auf. Im 18. Jahrhundert wurde die Milchwirtschaft intensiviert. 1496 ist eine Holzgenossenschaft mit den Nachbarorten belegt; zu Waldteilungen kam es 1735 und 1882. Eine Bleicherei war zwischen 1660 und etwa 1850 der einzige Gewerbebetrieb, die Baumwollhandspinnerei war von 1714 bis etwa 1770 verbreitet.

Das ländliche Dorfbild prägen noch immer stattliche Blumerhäuser, zum Beispiel die «Hoschet», das «Bleichihuus» (Landvogthaus) und das Blumerhaus im Dorf. Deren Erbauer gehörten zur Führungsgruppe sowohl des alten Landes Glarus als auch der Eidgenossenschaft.

1879 erhielt Nidfurn einen Anschluss ans Eisenbahnnetz der Nordostbahn – Bahnhof Nidfurn-Haslen. In den 1960er-Jahren wurde das Projekt Tödi-Greina (Ziegelbrücke-Glarus-Trun-Biasca) lanciert, dann aber nicht ausgeführt. Das hätte die Chance für eine bessere Industrialisierung praktisch aller Talgemeinden sein können.

Seit 1780 existiert in Nidfurn eine eigene Schule; 1835 wurde das Schulhaus eingeweiht. Der zwischen 1991 und 2001 bestehende Primarschulkreis mit Leuggelbach und Haslen wurde 2002 ersetzt durch die Schulgemeinde Haslen-Leuggelbach-Nidfurn. Der strassenseitige Anbau wurde 2003 errichtet. Letztmals wurden im Schuljahr 2009/2010 Klassen in Nidfurn unterrichtet. Seit August 2010 ist die Schulleitung Glarus Süd im Schulhaus Nidfurn untergebracht.

Glück im Unglück
Am 17. Mai 1985, um etwa 21.30 Uhr, löste sich am Geisser eine Felsmasse von 200 bis 300 m3 und donnerte zu Tale. Ein grosser Felsbrocken stiess bis vor die Tore von Nidfurn vor. Glücklicherweise kam er in der Bündt, nahe bewohnter Liegenschaften zum Stehen. Mit einer Erinnerungstafel versehen, steht er heute noch dort.

Gemeindefusionen
Am 1. Juli 2006 wurde die Fusion der Gemeinden Haslen, Leuggelbach und Nidfurn zur neuen Gemeinde Haslen rechtskräftig.  Am 1. Januar 2011 folgte der durch die Landsgemeinde beschlossene Zusammenschluss aller Gemeinden des Kantons Glarus zu drei Grossgemeinden. Nidfurn wurde dadurch Teil von Glarus Süd. Vereinigt wurden 17 Dörfer: Mitlödi, Schwändi, Sool, Schwanden, Nidfurn, Haslen, Leuggelbach, Luchsingen, Hätzingen, Diesbach, Betschwanden, Rüti, Braunwald, Linthal (südliche Dörfer des Grosstals), Engi, Matt, Elm (Dörfer des Kleintals).

Heutige KMU
Marelcom AG
wurde 1995 gegründet. Als spezialisiertes Unternehmen für alles, was mit Bedienen, Schalten und Anzeigen zu tun hat, ist die Firma mit ihrem Spezialisten-Team in der Lage, vom einfachen Bauteil bis zur komplexen Bedienoberfläche oder zum kompletten Gerät alles aus einer Hand anzubieten, zu gestalten und zu realisieren. Die Firma wird von Hans-Jörg Marti und Hansruedi Freuler geführt und beschäftigt zurzeit 20 Mitarbeiter.

Die tödiplast ag,
1989 von Kaspar Stauffacher gegründet, fertigt technische Kunststoffteile für Haushaltgeräte  sowie eigene patentierte Artikel. Die Firma wird von Kaspar und Mathias Stauffacher – Vater und Sohn – geführt und beschäftigt zurzeit 3 Mitarbeitende.

Links                 

Stiftung Pro Nidfurn
Glarner HeimatschutzI Pro Nidfurn
Landvogthaus
Feldschützenverein
Frybergchor